Der Mai war v.a. dem Wachstum in Sachen Sichtbarkeit gewidmet. “Sehen und gesehen werden”.
Sieben Abonnenten. Das war der Stand, mit dem ich in den Mai gegangen bin. Ende Mai waren es 27. Dazwischen lagen 20 neue Anmeldungen, ein Freebie, das in der letzten Maiwoche noch entstanden ist und wirklich Formen angenommen hat, und nicht weniger als ein Onlinekurs, der konturierte, jedoch noch nicht fertig ist.
Auch, wenn der Spruch des Monats Mai von Kafka war, so war das Wachstum meiner Liste keineswegs kafkaesk. Dank des Kurses Double Your List war der Prozess weder undurchschaubar noch aussichtslos, und hatte selbstverständlich auch nichts mit verlorener Kontrolle zu tun. Es geschah aufgrund eines Algorithmus – c’est magie!
Es ging jedoch nur, weil der von mir geplante Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen leider nicht stattfinden konnte. Die potentielle Einsatzzeit gestaltete sich etwas chaotisch, getrieben von einem Hin und Her. Letztlich entschied ich mich schweren Herzens gegen einen Einsatz, im MSF Fachjargon “mission” genannt, weil ich merkte, dass ich ganz nervös wurde durch ja -nein-ja jetzt doch. Das Letzte, was man im Krieg gebrauchen kann, ist dass man schon wirr im Kopf dort ankommt.
Aber letztlich war es dann doch nicht so tragisch, weil ich mich uneingeschränkt meinem Newsletter widmen konnte. Tatsächlich war ich aber doch erstaunt, dass ich so wenig gelesen habe. Lediglich 2 Bücher, obwohl ich sowohl viel Zeit hatte – nun dafür ging es körperlich vorwärts. Ich war so viel laufen wie schon lange nicht mehr.
Hier beim Schreiben fällt mir auf, dass das Motto des Mai 2026 hiess:
“Vorwärtsgehen und Vorwärtskommen”
Mein Spruch des Monats
„Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.“ (Franz Kafka)
Mein Krafttier im Mai: der Fisch

Der Fisch steht dafür, auf die eigene seelisch-geistige Wahrnehmung zu vertrauen und intuitiv die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nichts geschieht ohne Sinn. Eine richtungsweisende Botschaft will erkannt werden. Neue Chancen sind zum Greifen nah. Mehrere Anläufe führen zum Ziel.
Ich habe den ganzen Mai gebraucht, um zu verstehen, welche Botschaft das sein könnte. An sichg bin ich immer noch im Rätselmodus. Inzwischen glaube ich: es ist keine einzelne Botschaft. Vielmehr eine Summe an Botschaften, aber bis dato gleichbleibend kryptisch. Nun, die Auflösung gibt es immer, aber zuweilen braucht sie deutlich länger.
Double Your List — und was dabei entstanden ist
Ich habe im Mai bei „Double Your List“ mitgemacht — und ja, der Name ist Programm. Von 7 auf 27 Abonnenten. 20 neue Anmeldungen in einem Monat.
Judith Peters hat mich in DYL dazu gebracht, meinen “Notfallkoffer bei Flashbacks” tatsächlich zu erstellen. Nicht irgendwann, dann , wenn sich mal Zeit findet – jemand aus der Community schrieb, sie müsse ihre Puschen ausziehen und in die Laufschuhe kommen. Das beschreibt es sehr gut, DYL hat nur was gebracht, wenn man zeitnah auch die gestellten Aufgaben umsetzte. In der letzten Maiwoche dann ist mein Freebie entstanden und kann nun auch abgerufen werden. Letztlich hatte auch ich im übertragenen und nicht übertragenen Sinne meine Laufschuhe an.
Manchmal braucht es eben den richtigen äusseren Rahmen — und schon geht es von alleine, was vorher nur auf meiner To-do oder To-want-Liste stand.
Auch ein Onlinekurs hat im Mai den Weg von meinem Kopf auf Papier geschafft und Thema und Konzept bekommen.
Die große Frage ist geklärt: Wofür steht er? Für wen ist er da?
Erstellt ist er noch nicht, die Landingpage wartet ebenfalls noch auf ihren großen Auftritt.
Aber mal ehrlich:
Ein guter Plan ist doch schon die halbe Miete — oder zumindest der erste Schluck Prosecco.
Öffnungsraten und eine unbequeme Frage
Jeden Samstag um 6.00 Uhr landet mein Newsletter “WochenEndMomentum” im Postfach, rechtzeitig zum ersten Morgen-Kaffee — pünktlich wie ein Schweizer Zug, nur mit einem kleinen Hauch Nonchalance im Gepäck.
Die Öffnungsraten sind — noch — hoch. Natürlich kam bei mir irgendwann die Frage auf: Gilt das überhaupt, da ich viele meiner Lesenden persönlich kenne?
Öffnen sie, weil der Inhalt gut ist? Oder weil man mir wohlgesonnen ist?
Ich habe keine abschließende Antwortdarauf gefunden. Aber wer sich jeden Samstag Morgen entscheidet, eine E-Mail zu öffnen, statt sie wegzuwischen wie die zwölf Anderen, die zu dieser Stunde schon im Postfach liegen, der hat sich bewusst entschieden. Woche für Woche.
Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Und ehrlich: Das darf es auch sein. Es ist eine gewisse Art von Treue — und die nehme ich gerne an. Mit einem kleinen Merci vill mohl.
Ein Wochenende in München

Ein Wochenende mit meiner jüngeren Tochter war geplant, davon sollte ein Tag in München sein — ohne Programm, ohne Abhakliste, ohne diese deutsche Tugend, aus jedem freien Tag noch etwas Sinnvolles pressen zu müssen. Wir ließen uns treiben. Zwischen schönen Fassaden, Englischem Garten, ein bisschen Sonne, ein bisschen Shoppen. Wir gingen, blieben stehen, schauten, lachten, gingen weiter. Voilà.
Und dann die Eisbachwelle. Surfer mitten in der Stadt, als hätte München kurz beschlossen, nicht ganz so bayerisch zu sein. Eher Kalifornien unter Tannen ,
Eichen und Buchen. Wir standen dort und bewunderten die Kunstfertigkeit sich auf zwar immer gleichen Wellen zu halten – ich wäre vermutlich nicht mal aufs Bord gekommen, gleiche Welle hin oder her. Wir verweilten länger als geplant (Wieso geplant? Es gab doch keinen Plan), aber das ist der Vorteil, wenn man keinen Plan hat: Dann ist es umso einfacher, ihn einzuhalten



Am Abend dann auf nach Bogenhausen, Biergarten und Kastanien über uns. Wir hatten uns verabredet, natürlich. Wenn man schon in derselben Stadt ist, muss man dem Schicksal nicht auch noch die ganze Arbeit überlassen. So viel Organisation darf sein, selbst an Tagen des Treibens.
Nach neun Jahren traf ich zum ersten Mal eine gute Bekannte wieder. Wir hatten uns damals beide bei Ärzte ohne Grenzen beworben und mussten erstmal einen sogenannten Basiskurs absolvieren. Am ersten Abend/Nacht liefen wir mit Taschenlampe bei einer Schnitzeljagd im Wald herum. Test für: wie verhalten wir uns in der Gruppe, wenn es stressig wird. Na ja , dachten wir, was soll daran stressig sein (wir sind beide ärzte für Extremmedizin), aber nachdem wir uns in der Nacht im unbekannten Wald verlaufen hatten, die Taschenlampen schwächer wurden, wir nasse Schuhe hatten und uns fragten, was wir hier eigentlich trieben, erfüllte uns das Gefühl von disstress nicht unerheblich.
In den letzten Jahren hatten wir immer mal wieder telefoniert, aber uns nicht mehr getroffen, und das obwohl wir beide immer wieder für MSF (Médecins sans Frontières) in die Kriegsgebiete dieser Welt gehen.
Das Treffen war als ob wir uns gestern zuletzt beim Kaffee getroffen hätten – ohne unangenehme Schweigepausen; einfach in einem sommerlichen Biergarten im sicheren München.
“Das Leben kann schön sein. Du musst nur die richtige Brille aufsetzen.”
Gelesen im Mai
Gelesen habe ich im Mai, wie bereits erwähnt wenig für meine Begriffe, nur zwei Bücher, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In anderen Monaten kann es durchaus sein, dass ich auch mal 7 Bücher lese.
Das erste hiess: „Meine Familie und andere Tiere“ von Gerald Durrell: eine griechische Insel, eine Mutter, die mit ihren 4 Kindern vom kalten England nach Korfu gezogen ist, weil”wir in England immer krank sind”, wie der ölteste Sohn Larry lakonisch verkündete. Sie nun mitten im menschlichen und tierischen Chaos mit beeindruckender Würde Kuchen backt, und ein kleiner Junge, der Skorpione sammelt wie andere Briefmarken. Ein Buch, das einen permanent zum Lachen bringt. Ein wunderbarer Roman, der gut zu Bibliotherapie passt, wenn einen Sorgen oder Traurigkeit überkommen. Warum gut für die Romantherapie?
Man kann nicht gleichzeitig lachen und depressiv sein. Wer das anzweifelt, möge dieses Buch aufschlagen und Seite 152 abwarten.

Das zweite Buch über „Psychoepigenetik“ von Kevin Maeck-Meyer war nicht ganz so entertainment, aber dennoch gleich interessant. Es geht darum, was unsere Gene mit unserer Geschichte zu tun haben, wie weit zurück diese Geschichte reicht (bis zu 7 Generationen) und was das bedeutet für das, was wir heute fühlen, entscheiden, wiederholen.
Vor allem aber und das ist fast der wichtigere Teil: wie wir die Überschreibung unserer DNA selbst beeinflussen können. Spoiler: Wir sind keine Sklaven unseres Erbgutes, auch das lässt sich zum Guten verändern.
Beides empfehlenswert. Beides aus völlig anderen Gründen. Einmal zum Lachen, einmal zum Nachdenken. Manchmal braucht man beides im selben Moment.
Zahlen des Monats
- 242.674 Schritte
- 150,5 km
- 379 Besucher auf dem Blog (+23 % zum Vormonat)
- 685 Seitenaufrufe (+28 % zum Vormonat)
- 27 Newsletter-Abonnenten (vorher: 7)
