- Ich bin in Düsseldorf geboren als älteste Tochter, bin halb Deutsch und halber Ägypter. Leider kann ich kein Arabisch sprechen, aber ein bisschen verstehen.
- Als ich 13 Jahre war, sind wir umgezogen, zu meinen Grosseltern nach Weilersteußlingen auf der Schwäbischen Alb. Und ja, ich gehöre zu den wenigen Menschen, die Hochdeutsch und Schwäbisch können (ihr wisst schon der Werbe Slogan über Baden-Württemberg: „Mir kennet älles, bloß koi Hochdeitsch“.
- Mittlerweile arbeite ich seit 13 Jahren in der Schweiz, ich war dort in mehreren Gegenden, so dass ich jetzt sogar “Barndütsch” & “Walliser Dütsch” verstehe. Wenn ich alte Patienten zu betreuen habe, versuche ich mich in Schwiezer Dütsch, weil sie mir dann ihre Krankengeschichte in ihren Worten erzählen und ich am Ende mehr weiss. Ach und nicht zu vergessen, da ich in Biel gearbeitet habe, ist auch mein Französisch besser geworden, weil sie dort “bilingue” unterwegs sind
- Als ich 4 Jahre alt war, erzählte mir meine Mutter von Albert Schweitzer und seinem Hospital in Lambaréné. Also beschloss ich mit 4, ich werde Ärztin und helfe den armen Kindern in Afrika 🙂
- Ich bin Ärztin geworden und war dreimal bereits in Afrika: Zentralafrikanische Republik, Kongo, Tansania und ja , meist ging es bei den Einsätzen um Mutter und Kind. Ich bin, neben dem, dass ich Notärztin bin, Anästhesist und so war ich dort auch viel im OP, um Babies via Kaiserschnitt auf die Welt zu helfen
- Neben meinen Afrikaeinsätzen, jeweils mit Ärzte ohne Grenzen, war ich ebenfalls mit ihnen auch dreimal im Mittleren Osten: Syrien und 2x im Jemen. Auch wenn es sich meistens um ein Kriegsgebiet handelt, geben mir diese Einsätze persönlich sehr viel, nicht nur, weil die Patienten so viel dankbarer sind als bei uns, sondern weil man von ihnen lernen kann, mit wenig zufrieden zu sein und sich an kleinen Dingen zu freuen.
- Im Jemen habe ich dann auch meine ersten drei Blogartikel geschrieben, für den Blog für Ärzte ohne Grenzen – damals war mir noch nicht klar, dass dies mal meine Passion werden könnte.
- Im letzten Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen haben wir in Tansania Kiswahiliunterricht bekommen. Da ich es nicht benutze, habe ich natürlich einen Grossteil vergessen. Aber einen Satz kann ich noch: „Ni na itwa Laila, mimi ni daktari bingwa wa uzingisi ni nina fanja kasi kwa madaktari wasio namipaka:“ (Ich heisse Laila. Ich bin Expertendoktor für den Schlaf und arbeite für Ärzte ohne Grenzen).
- Ich kann mich sehr schnell für was begeistern, probiere dies aus und bleibe dann auch dabei: ich habe schon gezeichnet, Kostüme genäht- mittlerweile sogar ein schönes Sommerkleid, habe insgesamt mal 5 Instrumente gespielt (derzeit leider gar keines ☹️), fotografiert und in der Dunkelkammer die s/w Bilder selbst entwickelt. Dabei habe ich mich immer gefragt, ob mit mir was nicht in Ordnung ist, weil ich vielseitig interessiert bin, aber bei einigen Dingen nicht bis in die tiefsten Tiefen eintauche
- Das ist auch der Grund für meine vielfältigen Sportinteressen: ich liebe Skifahren, Schneeschuhlaufen, Eislaufen, Schnorcheln, Joggen und Badminton. Seit ich Judiths Blog lese, weiss ich, dass es Scanner und Taucher-Persönlichkeiten gibt – nun ich bin ein Scanner und das ist in Ordnung. Mit mir ist alles richtig, nur langweile ich mich schneller als die Taucherpersönlichkeiten
- Ich habe wilde, krause Locken, die ich als Kind so gehasst habe, dass ich bereits mit 8 Jahren gelernt hatte, sie in komplizierten Flechtfrisuren zu bändigen
- Nach dem ersten heissen Berufswunsch der Ärztin, hatte ich eine Alternative, sollte es mit der Medizin nichts werden: in dem Fall wäre ich Geheimagent geworden.
- Apropos Geheimagent: Ich zähle mich klar zum James-Bond-Lager. Mein absoluter Lieblings-James-Bond ist Pierce Brosnan dicht gefolgt von Daniel Craig. Und meine Lieblingsfolge ist: “Die Welt ist nicht genug”, aber ich mag auch gerne Literaturverfilmungen oder Filme, die mehr als Unterhaltung sind, wie “ Der englische Patient”, was habe ich geheult als er sie durch die Dünenlandschaft der Sahara getragen hat (der Tempus ist wohl nicht ganz richtig: „was heule ich, wenn er sie durch …..“) – ja ich heule immer an den selben Stellen im Film, den ich schon 100 mal gesehen habe, aber ich lache auch immer an den selben Stellen, wie in “Goodbye Lenin”
- An sich bin ich eher passionierter Leser als Filmeschauer und auch hier zeigt sich meine Scannerpersönlichkeit. Ich liebe Hermann Hesse, Hemingway und Gabriel Garcia Marquez, nicht zu vergessen Isabelle Allende, und auf der anderen Seite kann ich nicht genug bekommen von Kristin Hanna (am liebsten habe ich von ihr: “Die Frauen jenseits des Flusses”) und Carlos Ruiz Zafon (leider ist der schon gestorben).
- Mit 41 Jahren habe ich begonnen zu laufen und auch relativ rasch Halbmarathon. Meine Trainerin war zu dem Zeitpunkt bereits 67 und lief immer noch Marathon in Bestzeit – nun beim Halben war sie immer schneller als ich und ich bin nicht wahnsinnig langsam.
- Ich gehöre zu den Menschen, die beim Internet-Recherchieren zuverlässig mehr Tabs öffnen, als sie verarbeiten können. 😅
- Mein erstes Auto war ein grasgrüner Toyota, dessen Handbremse auch mit vielen Besuchen in der Werkstatt nicht funktionieren wollte. Dennoch wollten mein grüner Freund und ich unbedingt mal nach Stuttgart. Wer Stuttgart kennt, weiss, die Stadt ist angelegt wie ein Kessel und man muss immer erst hinunter fahren um nachher wieder nach oben hinauszufahren. Versuch mal einen Schaltwagen ohne Handbremse am Berg zu halten und dann auch noch anzufahren. Oben angekommen war ich einer Ohnmacht nahe und komplett nass geschwitzt.
- Meinen Mann habe ich im OP kennengelernt, er war damals AIP (Arzt im Praktikum) und ich Anästhesieschwester (studiert habe ich dann später) – das ganze kam dem Schwarzwaldklinik-Klischee schon sehr nahe.
- Während des Medizinstudiums muss man in den Semesterferien mehrere Praktika machen, sog Famulaturen und das 6. und letzte Studienjahr ist das Praktische Jahr. Wo man sie macht, ist dem Regierungspräsidium ziemlich egal. Deswegen war ich zum Arbeiten auf Jamaika (hier gab es doch tatsächlich Vorsicht Schilder, aber nicht mit Kühen drauf sondern mit Krokodilen), auf den Malediven und in Nordengland nahe der schottischen Grenze.
- Ich habe die Anästhesie aufgegeben, besser für meine Kollegen, denn ich wollte schon den Auftragskiller engagieren
- Jetzt bin ich “nur” noch Notärztin der Lüfte, also will heißen, ich arbeite auf einem Rettungshelikopter mit 2 Basen – eine in den Bergen, die andere im Flachland. Ich bin das sehr gerne, wenn das auch nicht bedeutet, dass ich plötzlich Lawinen gut finde – im Gegenteil finde ich sie immer noch unheimlich. Aber es gibt andere Dinge, die ich sehr liebe, wie zB Seilwindenrettung aus schwindelnder Höhe.
- Ich entspreche voll und ganz dem Klischee des Anästhesisten: ich trinke gerne (nicht viel im Vergleich zu meinen Kollegen) starken schwarzen Kaffee
- Ich mache Yoga, obwohl ich es gar nicht besonders mag, aber der Effekt ist kaum zu toppen durch was anderes – na ja und ehrlich gesagt fühle ich mich danach auch immer sehr gut
- Als Teenager habe ich Basketball gespielt und das obwohl ich es noch nie auf mehr als 164cm Körpergrösse gebracht habe (meine Töchter behaupten, dass diese Angabe schon länger nicht mehr stimme)
- Ich habe 2 Töchter, 22 & 19: sie sind ganz wunderbare junge Frauen geworden und man, in dem Fall, frau ist mächtig stolz auf sie
- Ich habe eine Freundin, die die Natur der Berge sehr liebt. Mit ihr gehe ich Schneeschuhlaufen und Bergwandern. Nicht selten endet es in unvorhergesehenen Abenteuern (an sich müsste der Weg laut Beschreibung allmählich zu Ende sein – ja irgendwie war er das ja auch, nur standen wir dann vor einer senkrechten Felswand, die es zu überwinden galt). Im Nachhinein können wir immer darüber lachen, auch wenn es in dem Moment nicht zum Lachen ist
- Beim Mineralwasser verzichte ich auf Drama – Medium genügt mir vollkommen.
- Über Rotwein führe ich keine Grundsatzdebatten, ich genieße ihn einfach, vorzugsweise Merlot oder Primitivo, ohne großes Fachwissen.
- Meine drei Werte: Gelassenheit (vermutlich, weil ich sie gerne hätte, was mir nicht immer gelingt) – Charisma – Kreativität
- Ich bin seit zwei Jahren überzeugte Vegetarierin. Auswärts essen gehe ich seither nur noch mit Vorsicht, denn in vielen Restaurants bedeutet fleischlos noch immer: Beilage trifft Mut, garniert mit der Frage, ob Käse eigentlich als Hauptgericht zählt.
- Wenn ich die Führung habe, muss es nicht zwangsläufig Weg A sein. Ich sehe, dass Weg B genauso ans Ziel führt, lasse andere gehen – und gelte prompt als unsicher. In Wahrheit spare ich nur Energie und genieße es, anderen beim Umweg-Diskutieren zuzusehen.
- Ich liebe Ordnung, verabscheue Dreck und träume vom minimalistischen Leben in Zenfarben – leider hält sich mein Alltag konsequent nicht an dieses Konzept.
- Eines meiner Lieblingsbilder von mir:

Die Liste ist selbstverständlich noch nicht vollständig. Sie wächst stetig weiter, weil Selbsterkenntnis bekanntlich kein Enddatum hat – Ordnung leider schon.